Unfälle und Krankheiten ist ein oft unterschätztes Risiko

Hauptsache gesund bleiben

Niemand möchte seine Indienreise mit Durchfall verbringen. Es lohnt sich daher, ein paar hilfreiche Regeln zu beachten. Leitungswasser sollte strikt gemieden werden und ebenfalls alles, was darin gewaschen wurde. Also besser auf Salate und Eiswürfel verzichten. Obst sollte nur gegessen werden, wenn man es selbst zuvor geschält hat. Am Vernünftigsten ist es, den Magen anfangs ein paar Tage akklimatisieren zu lassen, bevor man auf der Straße isst. Natürlich duftet alles herrlich. Trotzdem ist es sinnvoll, Hygiene und Frische noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Kocht der Besitzer gerade frisch oder steht das Essen schon länger? Zieht der Stand viele Kunden an oder nur Horden von Fliegen? Bei solchen Überlegungen ist gesunder Menschenverstand nützlicher als Sorglosigkeit oder gar Panik.

Viele Reisende werden in Indien zu Vegetariern. Das ist keine schlechte Idee. Ein dubioses Stück Fleisch richtet mehr Schaden an als halbgares Gemüse. Da viele Inder Vegetarier sind, bietet das Land ohnehin eine der fabelhaftesten vegetarischen Speisekarten der Welt. Wer dennoch Fleisch isst, sollte sichergehen, dass es gut durchgebraten ist. Es kann nicht schaden, sich an Stände zu halten, an denen sich viele Einheimische tummeln.

Auch die sanitären Einrichtungen in Indien sind gewöhnungsbedürftig. Da ist Kreativität, Flexibilität und manchmal auch eine Portion Mut gefragt. Toilettenpapier wird man kaum vorfinden. Eine Möglichkeit ist, die Methode der Einheimischen zu übernehmen. Wer ein Stück Seife im Gepäck führt, kommt durchaus mit Hand und Wasserkrug zurecht. Natürlich sind auch antibakterielle Tücher und Handwaschgels nützliche Begleiter im Reisegepäck. Dann können die Hände noch einmal gewaschen werden, bevor mit den Fingern gegessen wird.

Einer der häufigsten Gründe einer Krankenhauseinweisung während der Reise sind Unfälle. Der ungewohnte Straßenverkehr bildet eines der Hauptprobleme. Rund 40 % der Repatriierungsflüge gehen auf Unfälle im Straßenverkehr zurück. In diesem Zusammenhang können medizinische Eingriffe (Spritzen, Infusionen, Operationen, usw.) im Rahmen einer Erstversorgung vor Ort erforderlich werden. Untersuchungen zeigten, dass zwischen 23-44 % der Todesfälle bei Interkontinentalreisen auf Unfälle und nur 1-3 % auf Infektionskrankheiten zurückzuführen sind.

Über 500 000 Unfälle im Jahr

146.133 Menschen kamen 2015 bei Verkehrsunfällen in Indien ums Leben. Gegenüber 2014 war dies ein Anstieg um 4,6 Prozent, wie das indische Verkehrsministerium mitteilt. Die Zahl der Verletzten erhöhte sich um 1,4 Prozent auf 500.279.

Insgesamt registrierte die Polizei 501.423 Verkehrsunfälle – das waren 2,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Acht von zehn Unfällen wurden durch Fahrerinnen oder Fahrer von Kraftfahrzeugen verursacht. 62 Prozent dieser Unfälle waren auf überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen. Fachleute kritisieren die schlechte Verkehrsinfrastruktur.

Das heisst, mehr als jeder Zehnte der jährlich rund 1,3 Millionen Verkehrstoten weltweit ist ein Inder.

Krankheiten

Die folgenden Tipps zu gesundheitlichen Risiken während der Reise sind nur ein erster Überblick.

Sie ersetzen keinesfalls den Besuch des Haus- oder Tropenarztes. Nur dieser kann Sie umfassend beraten. Bitte bedenken Sie bei Ihrer Terminplanung, dass einige Schutzimpfungen nur mit einem bestimmten Abstand zueinander verabreicht werden können bzw. einige Zeit nötig ist bis die Immunisierung ihre Wirksamkeit erreicht hat. Sie sollten daher rechtzeitig einen Arzttermin vereinbaren.

Empfohlene Impfungen:

·         Tetanus / Diphtherie / Pertussis
·         Polio
·         Masern (Grundimmunisierung)
·         Hepatitis A
·         Hepatitis B
·         Typhus
·         Meningokokken
·         Tollwut
·         Grippe
·         Pneumokokken (> 60 J.)

Bitte besuchen Sie einige Wochen vor der Reise Ihren Zahnarzt, etwaige Zahnprobleme während der Reise führen nur zu unnötigen Komplikationen. Außerdem gibt es einige Orte, an denen ein Zahnarztbesuch sicher das letzte ist, was man sich wünscht. Außerdem besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Bei dauerhaften gesundheitlichen Problemen jedweder Art sollten Sie vor Antritt der Reise unbedingt Ihren Hausarzt konsultieren. Das Auswärtige Amt empfiehlt weiterhin, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise zu überprüfen und zu vervollständigen, siehe www.rki.de. Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) sowie gegen Polio, Mumps, Masern, Röteln (MMR) und Influenza.

Neben Beachtung der für Ihre Situation passenden Impfungen und notwendigen Vorsorgemaßnahmen ist es natürlich wichtig zu verhindern, dass Sie vor Ort krank werden. Seien Sie sehr aufmerksam und wenn Sie Zweifel bezüglich einer möglichen Erkrankung haben, konsultieren Sie vor Ort einen Arzt.

Sonnenstich                                                                                                                                                                              
Vermeiden Sie einen Sonnenstich, indem Sie einen Hut oder Ähnliches und eventuell eine Sonnenbrille tragen. Sorgen Sie dafür, dass Sie immer eine Flasche Wasser zur Hand haben, vor allem, wenn Sie in die Natur unterwegs sind und nicht schnell Trinkwasser zur Verfügung steht.
Vermuten Sie einen Sonnenstich (bekommen Sie Schwindelgefühle oder Kopfschmerzen): Trinken Sie etwas, setzen Sie sich in den Schatten und bleiben Sie wenn möglich dort.

Diarrhö (Durchfallerkrankungen)
Veränderung des Rhythmus, Klima und Nahrung (vor allem scharfes Essen) können Ihre Verdauung durcheinander bringen. Solange diese Erscheinung ohne weitere Nebenwirkungen auftritt, gönnen Sie sich am besten ein wenig Ruhe und sorgen Sie dafür, dass Sie genug trinken. Wenn Sie reisen müssen, können Sie auch Loperamide einnehmen. Dieses Mittel legt die Peristaltik (natürliche Bewegung der Därme) lahm, sodass es scheint, als wenn die Diarrhö vorbei ist. Gebrauchen Sie es aber nur, wenn Sie häufig zur Toilette gehen können, also zum Beispiel wenn Sie reisen müssen. Sollte die Diarrhö länger als zwei Tage anhalten, oder Nebenerscheinungen wie Fieber, Blut im Stuhlgang oder andere Dinge auftreten, nehmen Sie Kontakt auf zu einem Arzt.

Vorsorge gegen Diarrhö

Trinken Sie nur Wasser aus abgeschlossenen/versiegelten Flaschen oder Dosen, oder Getränke, die aus gekochtem Wasser zubereitet wurden, wie Tee oder Kaffee. Eiswürfel sind am vertrauenswürdigsten, wenn es runde Kugeln mit Löchern in der Mitte sind. Fruchtsaft ist nur sicher, wenn kein Wasser zugesetzt wurde.

Nahrung, vor allem Fleisch und Fisch, muss gründlich gekocht sein. Von westlichen Salaten, die in Salat-Bars oder teuren Hotels gebräuchlich sind, ist im Allgemeinen abzuraten. Gegen alle Erwartung ist es im Allgemeinen sicher, in Straßenläden zu essen. Essen Sie hauptsächlich dort, wo viel Betrieb ist: die Umlaufgeschwindigkeit, mit der die Mahlzeiten zubereitet und gegessen wird, ist dann hoch, was der Hygiene zu Gute kommt. Auch Restaurants bei denen Sie gut sehen können, dass es sauber ist, sind anzuraten. Was die Straßenläden betrifft, ist es ratsam, später am Tag kein Fleisch mehr zu essen, dies hat dann manchmal den ganzen Tag in ungekühltem Zustand gelegen.

Malariaprophylaxe für Indien
Malaria kommt das ganze Jahr über in Indien vor. Es gibt jedoch je nach Gebiet und Jahreszeit große Unterschiede. Ob Sie eine Prophylaxe benötigen, hängt also auch von Ihrem Reiseplan ab. Wir empfehlen Ihnen, sich von einer der erwähnten medizinischen Instanzen hierüber aufklären zu lassen.

Neben der Prophylaxe ist immer wichtig, risikobeschränkende Maßnahmen zu treffen: abends Arme, Beine und Füße bedecken, ein Mückenmittel mit DEET und ein Mückennetz benutzen. In klimatisierten Hotels brauchen Sie meistens kein Mückennetz, während dieses in manchen Lehmhütten und Dschungellodges ratsam ist. Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, kaufen Sie sich vorab ein Mückennetz, das bestenfalls mit einem mückentötenden Mittel imprägniert ist. Sorgen Sie auch dafür, dass Sie etwas dabei haben um das Mückennetz aufzuhängen, zum Beispiel ein Tau und einen Haken oder Korkenzieher (wie bei einem Schweizer Taschenmesser). Ab einer Höhe von 1500 Meter ist keine Malariaprophylaxe notwendig.

Dengue-Fieber und Japanische B-Encephalitis
Da beide Krankheiten durch Mücken übertragen werden, können Sie dieselben Vorsorgemaßnahmen treffen wie bei Malaria. Für mehr Informationen wenden Sie sich an ein Tropeninstitut. Gegen Denguefieber gibt es keinen Impfstoff, wohl aber gegen die Japan-B-Encephalitis. Diese Impfung wird nur empfohlen, wenn Sie länger als 6 Monate nach Asien reisen.