Lord Shiva

 

 

Shiva ist eine der wichtigsten Formen des Göttlichen im neueren Hinduismus. Im Shivaismus gilt er den Gläubigen als die wichtigste Darstellung des Höchsten. In den Veden erscheint der Name Shiva noch nicht, dort heißt der Gott Rudra.

Die Übersetzung des Wortes Shiva aus dem Sanskrit lautet "der Gütige", "der Gnädige" oder auch "der Freund". Als Bestandteil der hinduistischen Vorstellung der drei Aspekte des Göttlichen als Brahma, der als Schöpfer gilt, und Vishnu, dem Bewahrer, verkörpert Shiva das Prinzip der Zerstörung.

Meist wird Shiva mit weißer oder aschegrauer Haut dargestellt, oft mit blauem Hals - dann ist er der Retter, der das Gift des Urmeeres getrunken und dadurch das Universum errettet hat. Auf seiner Stirn befindet sich das dritte Auge, und drei waagerechte Aschestriche. Oft wird er mit einer Schlange um den Hals abgebildet. Aus dem langem Haar ragt eine Mondsichel. Gelegentlich sieht man Wasser aus seinem Haar fließen, welches die Göttin Ganga (Ganges) darstellt, die nach der Mythologie vom Himmel sprang, von seinem Haar aufgefangen wurde und dadurch sanft auf die Erde rann. Meistens wird Shiva mit seinem Dreizack Trishul und der Trommel Damaru in der rechten Hand gezeigt. Er gilt damit als Schöpfer des Wortes und des Urtones "A-U-M" oder "Om", aus dessen Schwingungn die gesamte Schöpfung entstanden ist.

 

Er ist der Herr aller Herrn der Götter, Er ist die vier Arten der Lebewesen, die Lebendgeborenen, Eigeborenen, Feuchtigkeitsgeborenen und Sprossgeborenen. Der Schöpfer von allem Belebten und Unbelebten im Weltall und ihr Zerstörer. 

Shiva ist unter vielen verschiedenen Namen bekannt; im Shiva-Purana sind 1008 Namen angeführt, die sich jeweils auf ein Attribut von Shiva beziehen. Häufige Beinamen – teils auch im Stotra überliefert – sind Mahadeva („großer Gott“), Nataraja („König des Tanzes“), Bhairava („der Schreckliche“), Mahesha („höchster Herr“), Nilakantha („der mit dem blauen Hals“, bezogen unter anderem auf den Mythos vom Milchozean), Pashupati („Herr aller Wesen“), Rudra („der Wilde“), Shankara („der segensreich Wirkende“) und Vishwanatha („Herr des Alls“).

Als höchster indischer Gott hat Shiva verschiedene Aufgaben:

  • Zerstörung oder Tanz, Ekstase und Schöpfung.
  • Askese oder Liebesgott.
  • Als höchster indischer Gott ist er auch der Gott des Tanzes und der Feste.
  • Gott der Meditation und der Keuschheit.
  • Das Symbol Shivas ist das Lingam. Der Lingam ist in jedem Shiva Tempel zu finden. Oft in Vereinigung mit der Quelle aller Schöpfung, der Yoni.
  • Das Reittier von Shiva ist der Stier Nandi.

Je nach Rolle nimmt auch seine Gefährtin verschiedene Gesichter an. 

Meist wird Parvati als seine Göttin bezeichnet. Parvati heißt auch die "Tochter der Berge". Diese indische Göttin tritt in drei Formen auf:

  • Als Parvati ist sie die gütige Mutter und die überaus weibliche und anmutige Geliebte des Shiva.
  • Als Durga und Kali tritt sie als rächende Göttin auf. Sie kämpft gegen das Böse im Menschen.
  • Als Durga reitet sie auf einem Tiger.
  • Als Kali ist sie eine schwarze, furchterregende Göttin. Sie trägt eine Kette aus Totenköpfen um ihren Hals